AUSTRALIEN – Explorer’s Way von Adelaide bis Darwin

Der Explorer’s Way ist eine Erbe der Pioniere Australiens, welche bei der Durquerung des Kontinentes diese vielseitige Route zwischen Adelaide – Darwin erkundet und damit eine Nutzung bis heute überhaupt ermöglicht haben. Mit Flügen, einem Fahrzeug oder mit dem legendären Ghan können Reisende ein Abenteuer durch das Outback von Südaustralien durch das Red Centre bis in das tropische Top End im Northern Territory erleben.

Eine spannende Tour führte unseren Traumfänger Monique Benz im Mai & Juni entlang des Explorer’s Way zwischen Adelaide, Alice Springs und Darwin.

Adelaide
Endlich geschafft! Nach einem langen, aber doch bequemen Flug betrat ich am Abend endlich wieder australischen Boden, genieße die frische Luft und auch die Müdigkeit konnte mich nicht von einem kleinen Spaziergang durch das nächtliche Adelaide abhalten.

Eine ausgeruhte Nacht und leckeres Frühstück später, sah die Welt auch gleich ganz anders aus und so konnte es gestärkt auf unseren geführten Stadtrundgang durch Adelaide gehen. Eine interessante Möglichkeit die überschaubare und gemütliche Innenstadt kennen zu lernen und dabei allerhand Tipps und Infos zu erhalten.
Der anschließende Besuch im Ayers House Museum hat sich gelohnt. Als Besucher gewinnt man einen tollen Einblick in die historische Vergangenheit Australiens. Adelaide hat außerdem auch für Kulturbegeisterte viel zu bieten. Es gibt zahlreiche Museen und wechselnde Ausstellungen. Den Nachmittag verbrachten wir aber auf dem Central Market mit einer Food Tour. Einblick hinter die Kulissen und naschen der vielen Spezialitäten inklusive. Da spart man sich gleich das Mittagessen und besonders schmunzeln musste ich über einen Bratwurst Stand. Für Adelaide sollte man sich schon 1-2 Tage Zeit nehmen, denn so erhält man noch die Gelegenheit mal einen Abstecher mit der Straßenbahn nach Glenelg zu unternehmen. Ein schöner Strandvorort, der bei schönem Wetter zum Baden und Entspannen einlädt.

Adelaide – Flinders Ranges
Sehr früh am Morgen verließen wir Adelaide in Richtung Norden und das Tagesziel sind die Flinders Ranges, ein einmaliger Gebirgszug, nur ca. 440 km entfernt. Unterwegs lohnen sich Stops in Clare für eine Kaffeepause oder der Besuch einer alten Farm, wie z.B. Bungaree Station. Auf der Weiterfahrt erreichten wir kurz nach Mittag das kleine Outback-Städtchen Quorn und erlebten diese typische Atmosphäre abgelegener Städtchen in Australien. Der historische Bahnhof der Pichi Richi Railway bietet ein kleines Museum mit tollen Fotomotiven und im Emily’s Bistro hatten wir ein unfassbar leckeres Mittagessen in einmaligem Ambiente. Wer noch Platz im Magen hat, sollte sich das Gebäck nicht entgehen lassen.

Am frühen Abend erreichten wir schließlich unser Übernachtungsziel, welches auch gleichzeitig mein Highlight dieser Reise sein sollte. Wir waren im Land der Schafe und Farmen und so übernachteten wir natürlich auf Rawnsley Park, einer Farm. Es gibt kleine Studios und einfache Cabins, es gibt aber auch die tollen Eco-Villen, welche geräumig und gemütlich eingerichtet sind, über eine Terrasse, Grill, Küche verfügen und mit allem ausgestattet sind, was den Aufenthalt so angenehm, wie möglich gestaltet. Im Hauptgebäude genießen Gäste ein tolles Abendessen und später, wenn man sich ins Bett gekuschelt hat, kann man durch das große Dachfenster darüber den Sternenhimmel bestaunen und himmlisch träumen.

Ein Tag in den Flinders Ranges
Nur widerwillig bin ich am nächsten Morgen um 06:30 Uhr aufgestanden, nachdem meine Mitreisende ins Zimmer rief, dass ich das unbedingt gesehen haben müsste. Und sie hatte Recht, von unserer Terrasse aus konnten wir einen einmalig schönen Sonnenaufgang über die Flinders Ranges und zahlreiche Kängurus beobachten. Ein wunderbarer Start in den Tag!

Unser Tagesziel soll der Wilpena Pound werden, doch vorher erkundeten wir die verschiedenen Facetten der Flinders Ranges. Ein doch recht ausgedehntes Gebiet mit abwechslungsreicher Landschaft. Mit unserem Allradbus ging es entlang des Red Rivers, welcher gesäumt ist von zahlreichen Eukalyptusbäumen und in der Brachina Gorge zeigt sich, zur Freude aller, etwas schüchtern ein seltenes yellow-footed rock-wallaby (Gelbfuß-Felskänguru). Unserer Fahrt endete am nördlichen Rand der Flinders Ranges und gleichzeitig beginnt hier das Gebiet der endlos weiten Great Sandy Desert. Im kleinen Outback-Städtchen Parachilna scheint die Welt zu Ende zu sein und doch wird man hier wärmstens empfangen. Im Prairie Hotel kann man prima übernachten, lecker essen und mit Einheimischen ein Bier trinken. Australien PUR!

Zum Abend erreichten wir schließlich unsere Unterkunft, das Wilpena Pound Resort. Eine interessante Möglichkeit für Gäste mit Mietwagen, aber auch Wohnmobilen. Übernachten kann man in normalen Zimmern und Studios oder ganz nah an der Natur im Ikara Safari Camp. Mit Camping hat das jedoch nicht zu tun, denn in den charmanten Safari-Zelten finden Gäste allen Komfort. Kängurus tummeln sich zum Abend rund um das Gelände und es gibt ein tolles Restaurant.

Flinders Ranges/ Wilpena Pound – Clare Valley – Adelaide
Das Wilpena Pound Resort liegt direkt am Fuße des sogenannten Wilpena Pound, ein natürliches Amphitheater im Herzen der Flinders Ranges. Es gibt eine Tageswanderung in den Kessel und die fantastische Möglichkeit das Gebiet aus der Vogelperspektive zu erleben. Und so erlebte ich den ersten Rundflug meines Lebens in einer kleinen Cessna. Furchtbar nervös stiegen wir zum jungen Piloten ins Flugzeug und als das OK zum „Take off“ kam, hielt ich kurz die Luft an. Die Maschine beschleunigte und sanft stiegen wir in die Höhe, immer weiter und dann schwebten wir über die Erde. Kein Wind, keine Turbulenzen trübten das Erlebnis und sprachlos bestaunten wir die wunderbare Landschaft. Viel zu schnell war das Vergnügen vorbei und bei der Landung warteten wieder zahlreiche Kängurus auf uns. Absolut fantastisch!

Noch ganz berauscht von Glücksgefühlen verabschiedeten wir uns langsam von den wunderschönen Flinders Ranges und es ging zurück nach Adelaide.
Unterwegs wartete noch ein Stop im Clare Valley auf uns. Eine interessante Möglichkeit ist eine Radtour entlang des Claire-Valley-Riesling Trail und der Besuch des einen oder anderen Weingutes. Ganz interessant zu dieser Jahreszeit ist die leichte Laubfärbung in dieser Gegend.

Adelaide – Darwin
Erstmal verabschiedeten wir uns von Adelaide und sind ganz früh am Morgen nach Darwin im Northern Territory geflogen. Beim Verlassen des Flughafens wartete eine neue Welt und warmes Wetter auf uns. Die sogenannte „wet-season“ war gerade vorbei und die Sonne lacht vom Himmel. Diesmal wurden wir von Wayoutback abgeholt und schon ging es mit unserem Allradbus in Richtung Kakadu Nationalpark. Mit einem kurzen Stop erreichten wir pünktlich vor Sonnenuntergang den Ubirr Rock. Es blieb genügend Zeit die vielen Felszeichnungen der Aborigines zu bestaunen und anschließend versammelte sich alles, um den magischen Sonnenuntergang über dem Arnhem Land zu genießen. Was für ein Auftakt für unseren Aufenthalt hier im Northern Territory!

Kakadu National Park – Edith Falls – Katherine
Ja, Australien ist definitiv ein Land für Frühaufsteher. Jedenfalls, wenn man als Reisender viel erleben möchte und darum bin ich ja hier ;). Also hieß es wieder im Dunkeln aufstehen, rein in den Bus und kurze Fahrt nach Yellow Waters zur einer morgendlichen Bootsfahrt. Yellow Waters ist im Prinzip ein Gebilde aus See, Lagune und Sumpflandschaft. Die Müdigkeit verflog, sobald man das Boot betrat und von den gut gelaunten Aussie’s begrüßt wurde. Die Sonne versteckte sich noch in der Dämmerung und ein ganz besonderes Erlebnis wartete auf uns. Sanft schaukelnd trieben wir durch das Wasser und konnten erleben wie die Natur erwachte. Zahlreiche Wasservögel leben in diesem Biotop und während das Sonnenlicht durch die Bäume schimmerte, zeigten sich immer mehr gefiederte Freunde. Die beiden Australier auf dem Boot versorgten uns mit zahlreichen Informationen und dann zogen auch noch Krokodile ihre Bahnen im Wasser. Ein wunderbarer Start in den Tag, gefolgt von einem üppigen Frühstück.

Unsere Fahrt ging weiter an Katherine vorbei in den Nitmiluk Nationalpark zu den Edith Falls. Eine super Möglichkeit für ein Bad! Es gibt einen Wanderweg zu den oberen Fällen, der sich lohnt und das klare Wasser und der Wasserfall ist eine schöne Belohnung nach der Anstrengung. Und das Beste: alles frei von Krokodilen. So lässt es sich auch an einem warmen Tag wunderbar aushalten. Am Abend bezogen wir dann unser Camp und erhielten die Gelegenheit ganz australisch in einem Swag (Schlafsackrolle) zu übernachten. Auch das ist Australien – ein Lagerfeuer, gemeinsames BBQ, ein Bier, Geschichten und eine Nacht unterm Sternenhimmel. Ein „Luxus“ der ganz besonderen Art.

Katherine Gorge – Litchfield Nationalpark – Darwin
Ein weiterer früher Start. Im Dunkeln bauten wir unser Camp ab und genossen einen Becher Kaffee bevor es weiter zur Katherine Gorge (Nitmiluk) ging. Es handelt sich dabei um ein Schluchtensystem, welches per Boot und Kajak erkundet werden kann oder es gibt Wanderungen am oberen Rand der Schlucht. Wir erreichten den Bootssteg und ein interessanter Geruch strömte uns entgegen. Na was hing denn da in den Bäumen? Unzählige Fledermäuse baumelten an den Ästen und waren sicher ziemlich verärgert über die morgendliche Störung ;). Für unsere Truppe ging es auf die 2-Schluchten-Bootstour und während wir an den hohen Steilwänden vorbei fuhren, tauchte die aufgehende Sonne die Felsen in ein warmes rot, bis sie sich ganz am Himmel zeigte. Die Fahrt mit dem Boot war ein sehr entspanntes Erlebnis mit einer tollen Aussicht in die Schlucht sowie einer kurzen Wanderung zwischen der ersten und zweiten Schlucht.

Weiter ging die Fahrt zum Adelaide River Inn – einem ziemlich berühmten Pub, bekannt aus den Crocodile Dundee Filmen. Danach erreichten wir den sehr vielseitigen Litchfield Nationalpark, welcher Termitenhügel, die Florence Wasserfälle und die Buley Rockholes beherbergt. Zum Wandern und Baden ideal geeignet und nur einen Katzensprung von Darwin entfernt. Die Stadt Darwin hat einen großen Wandel erlebt, es wurde viel gebaut und eine Esplanade ist dazu gekommen.

Darwin – Rotes Zentrum/ Alice Springs & Kings Canyon (Watarrka National Park)
Wir verabschiedeten uns vom „Top End“ und flogen in das rote Herz Australiens, nach Alice Springs. Es gibt kaum einen Ort, welcher so isoliert ist und doch leben 20.000 Menschen hier. Für uns ging es auf eine kurze Erkundungstour inklusive des Besuches der Old Telegraph Station und einen Abstecher auf den ANZAC Hill, von dem man einen einmaligen Rundumblick über Alice Springs und die angrenzenden MacDonnell Ranges genießen kann. Ein beliebter Treffpunkt auch für stimmungsvolle Sonnenuntergänge. Besucher sollten Alice Springs ein bisschen Zeit gönnen, denn es gibt noch die School of the Air sowie die Station der Fliegenden Ärzte zu entdecken. Auch lohnt sich ein Besuch im Desert Park und ein abendliches Bier im Boojangles.

Wir hatten leider nur einen kurzen Aufenthalt und nachdem wir unsere Camper übernommen haben, fuhren wir mit einem kleinen Zwischenstop in Richtung Kings Canyon. Die Fahrt führte zunächst entlang des Stuart Highway und am Erldunda Roadhouse zweigten wir ab auf den Lasseters Highway und später auf die Luritja Road Die Fahrt bis zum Kings Canyon Resort dauerte knapp 4 Stunden und führte vorbei an der typischen Landschaft des Outbacks mit den markanten Desert Oaks, den kleinen Spinifex-Gras-Büscheln und der leuchtend roten Erde. Ein Gefühl von Freiheit machte sich breit in diesen unendlichen Weiten und pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir den Kings Canyon. Ein Resort in der Nähe der Schlucht war unser Übernachtungsziel und am Abend gab es noch ein bisschen Gitarrenmusik.

Kings Canyon – Ayers Rock (Uluru)
Wir kannten das ja schon, der Wecker klingelte weit vor dem Morgengrauen und routiniert wurde gepackt, gefrühstückt und das Gepäck verladen. Eine kurze Fahrt später erreichten wir den Startpunkt des Wanderweges entlang des Kings Canyon. Der Aufstieg ist ein guter Muntermacher und ein wenig anstrengend, doch oben angekommen hatte die Tour fast etwas von einem Spaziergang über relativ ebenes Gelände mit ein paar Treppen. Einzigartige rote Felsformationen, immer wieder Einblicke in die Schlucht und der Garten von Eden begeisterten uns während der Wanderung, die nach drei Stunden schon viel zu schnell vorbei war.

Vom Kings Canyon fuhren wir dann nochmal gute 3 Stunden zum Ayers Rock (Uluru). Das kleine Ayers Rock Resort beherbergt Unterkünfte, Geschäfte, Restaurants und eine Tankstelle. So blieb etwas Zeit für einen Mini-Bummel bevor es in den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark und direkt zum Uluru für den berühmt berüchtigten Sonnenuntergang ging. Ich hatte schon früher das Glück das sensationelle Farbenspiel zu erleben, doch diesmal war es etwas bewölkt und trotzdem immer noch ein Erlebnis. Mit einem Gläschen Sekt in der Hand und guter Stimmung beobachteten wir den Sonnenuntergang und später ging es dann noch zu einem BBQ unter freiem Himmel mit kleiner Sternenkunde.

Ayers Rock (Uluru) – Alice Springs
Den Sonnenaufgang im Roten Zentrum wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so wurden wir nach einer kurzen Nacht abgeholt und es ging diesmal zur Felsformation der Olgas (Kata Tjuta). Da wir fast schon im australischen „Winter“ unterwegs waren, eine doch recht kühle Angelegenheit so in kurzen Hosen. Immerhin können die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt sinken und tagsüber ist es recht angenehm. Dennoch, der Sonnenaufgang an den Felsformationen von Kata Tjuta war ein wunderbares Erlebnis und später blieb noch Zeit für den kurze Wanderung in die Felsformation hinein (Walpa Gorge Walk). Anschließend besuchten wir das Kulturzentrum am Uluru, welches ich wieder extrem interessant fand und nur jedem Besucher empfehlen kann. Eine komplette Umrundung des Uluru zu Fuß haben wir leider zeitlich nicht mehr geschafft, dafür aber einige tolle Stellen angefahren und kleine Höhlen sowie Felszeichnungen besichtigt.

Zum frühen Nachmittag „sattelten“ wir unsere Camper und traten die Rückfahrt nach Alice Springs an. Und das rote Zentrum machte uns den Abschied wirklich schwer, denn ein atemberaubend schöner Sonnenuntergang begrüßte uns in Alice Springs an unserem letzten Abend.

Alice Springs – Adelaide – Barossa Valley
Wir verließen Alice Springs mit dem Flugzeug und erreichten Adelaide am Mittag, so dass wir am Nachmittag noch Zeit für einen Stadtbummel hatten.
Am nächsten Vormittag erkundeten wir das nahe gelegene Barossa Valley mit seinen zahlreichen Weingütern und der einen oder anderen Weinprobe. Sehr idyllisch gelegen und sehr hochwertige Weine. Außerdem konnten wir in den Adelaide Hills im kleinen Hahndorf bummeln. Die ehemals deutsche Siedlung mag kitschig wirken mit den Geschäften, den Kuckucksuhren und den bayrischen Spezialitäten im Hahndorf Inn. Doch gemixt mit dem südaustralischen Flair doch auch irgendwie putzig und wer einen Mietwagen hat, kann getrost einen kleinen Stop einlegen. Zum Abschluss erlebten wir wehmütig am Mount Lofty einen letzten Blick auf die Stadt und den letzten Sonnenuntergang unserer Reise.

Fazit: Eine Tour entlang des Explorer’s Way ist eine spannende und abwechslungsreiche Reise mit zahlreichen Facetten, Eindrücken und unvergesslichen Erlebnissen.

Mein persönlicher Tipp: Übernachten Sie in den Eco-Deluxe-Villen auf der Rawnsley Park Station in den Flinders Ranges. Ruhe, ein romantischer Sternenhimmel sowie der Einblick in eine noch aktive Schaffarm bilden einen wunderbaren Höhepunkt einer Reise nach Südaustralien. Im ehemaligen Wollschuppen können Sie ein schmackhaftes Abendessen in netter Gesellschaft zu sich nehmen und das Frühstück direkt auf Ihrer eigenen Terrasse mit Blick auf die wunderbare Landschaft genießen.