Australien – von Adelaide nach Melbourne Teil 1/2

Australien – von Adelaide via Melbourne nach Sydney

Sich beruflich mit den schönsten Reisezielen zu beschäftigen hält einen stets reiselustig und regt regelmäßig die eigene Urlaubsplanung an.
So auch dieses Jahr: im März habe ich meine Wünsche in die Planung umgesetzt und bin von Deutschland über Singapur nach Australien geflogen. Dabei hat mich meine liebe Freundin Alex begleitet und da wir auch in unserer Freizeit ununterbrochen am quasseln sind, klangen drei Wochen Australien zu zweit für uns wie das Paradies auf Erden.

First Stop: Singapur
Freunde und Bekannte lobten schon im Vorfeld die faszinierende Metropole in Asien und ich muss gestehen, dass meine Vorstellungen bereits bei Ankunft am Flughafen übertroffen wurden.
Singapur an sich gefiel mir aufgrund der Lage und der Art und Weise wie die Natur in die Stadt integriert ist auf Anhieb. Der Aufenthalt hätte gerne länger sein können aber für uns ging es ja im Anschluss auf den siebten Kontinent.

Tag 1 Australien:
Nach der Ankunft am Flughafen Adelaide konnte ich ehrlich gesagt noch gar nicht wirklich fassen, dass wir jetzt wirklich in Australien angekommen sind. Diese Reise bin ich schon unzählige Male in meinem Kopf durchgegangen, aber habe den Trip trotzdem immer wieder aufgeschoben. Für uns ging es erstmal ins Hotel, dort sind wir in Ruhe angekommen haben uns erfrischt und umgezogen. Das Hotel selbst hat den Besuchern einen kostenlosen Fahrradverleih angeboten und ehrlich gesagt gefiel mir die Idee vom Fahrrad fahren auch besser als zu laufen (glaube mein Schrittzähler ist bereits in Singapur auf Hochtouren gelaufen).

In Adelaide haben wir uns auch direkt auf Empfehlung von meinem lieben Kollegen eine Handykarte zugelegt und dann wurde Adelaide in Ruhe erkundigt. Im Grunde finde ich Adelaide als Start eine gute Option hingegen zu größeren Städten. Abends werden zwar die Bürgersteige gewöhnlich früh hochgeklappt und das Getümmel findet, wenn dann, eher in den Rooftopbar´s statt. Aber gerade für die „Ersties“, die vorher noch nicht mit dem Fahrzeug aus der linken Seite gefahren sind – kann ich Adelaide nur empfehlen.

Tag 2:
Am nächsten Morgen haben wir den Mietwagen entgegen genommen und haben auf dem Weg nach Cape Jervis unseren ersten Halt an einem wunderschönen Strand der Westküste gemacht. Die ersten Minuten im Auto waren erwartet ungewöhnlich und wir haben an jeder Kreuzung laut gedacht „linke Kurve, kleine Kurve und rechte Kurve, große Kurve“ aber nach den ersten Ampeln und Kreuzungen ging das ziemlich fix und wir haben gleich am Anfang den Kompromiss geschlossen, dass wir Abwechselnd fahren wollen 😀

Kurz vor Cape Jervis haben wir das Auto mit Wasser und Snacks vollgeladen und dann ging es mit der Fähre nach Penneshaw auf Kangaroo Island.
Die Einweisung funktioniert einwandfrei, jedes Fahrzeug wird entsprechend eingelotst und so wird jede noch so kleine Lücke als Parkposition genutzt.
Unsere Unterkunft lag direkt in Penneshaw, daher mussten wir am gleichen Tag kaum noch Kilometer zu unserer nächsten Unterkunft zurücklegen.
Kurz häuslich eingerichtet und dann ging es zu Fuß Richtung Küste um mit etwas glück Pinguine zu sehen aber leider waren diese noch nicht Müde genug um in ihre Nester zu gehen, daher blieb an diesem Abend nur noch ein Highlight statt zwei: der Sonnenuntergang direkt über den Wasser zu bestaunen.

Tag 3:
Da wir nur einen Tag auf Kangaroo Island geplant hatten, mussten wir den Tag zeitig starten damit uns keine Minute verloren geht, in der wir die Insel hätten erkunden können. Also ging es über Kingscote und Emu Bay zunächst nach Stokes Bay. Besonderheit an diesem Spot ist, dass man den Strand auf andere Art und Weise erreicht als gewöhnlich. Über einen schmalen Spalt in den Felsen und teils auch in gebückter Körperhaltung unten durch, erreichten wir nach kurzer Zeit den Strand und wollten nur mal „kurz Entspannen“. Nach der ersten Badeeinheit wollten wir am Strand in der Sonne nur trocknen und danach auch direkt weiter, daraus wurde dann erstmal eine gemütliche Schlafeinheit am Strand – zum Glück haben wir uns vorher mit LSF 50+ eingecremt.
Zwar hatten wir jetzt wieder genug Energie für die Weiterfahrt, jedoch lagen wir leicht hinter unserem Zeitplan, der Internetempfang war vor Ort auch nicht der Beste also stieg ich aus und lief auf eine Gruppe von Menschen zu, die einen Ranger im Halbkreis umrahmten. Ich bat um Hilfe, wie wir am schnellsten zum Flinders Chase NP kommen würden. Meine Frage wurde zunächst mit einer Gegenfrage beantwortet, ob dort unsere Unterkunft sei oder ob wir mit einem Camper unterwegs sind.
Als ich ihm von meiner geplanten Tagesroute erzählt, schüttelte er nur den Kopf und meinte, er könnte uns den Weg beschreiben aber es sei unrealistisch alle Stopps an nur einem Tag „abzuklappern“, gerade wenn die Sonne so langsam unter geht, werden die Tiere besonders aktiv. Die Insel wird nicht umsonst als „Zoo ohne Zäune“ bezeichnet.
Er zeichnete uns auf einer Karte andere schöne Stopps, die auf dem Weg zurück nach Penneshaw liegen, ich glaube meine Enttäuschung war mir auffällig ins Gesicht geschrieben.
Jedenfalls bedankte ich mich und wir fuhren zum Pennington Beach, ein riesen- und gleichzeitig menschenleerer Strandabschnitt. Kein Fahrzeug weit und breit – nur wir, der Wind, die Wellen und die Hoffnung zufällig ein Kangaroo am Strand zu sehen.
Im Nachhinein bin ich froh, dass es so gekommen ist, da wir nach meiner geplanten Route ursprünglich gar nicht an dem Strand Halt gemacht hätten.
Meine Empfehlung an dieser Stelle: mehr Zeit für Kangaroo Island einplanen und gegebenenfalls direkt am Flinders Chase NP und Penneshaw übernachten.

Tag 4:
Am vierten Morgen in Australien ging es von Penneshaw mit der Fähre wieder nach Cape Jervis und im Anschluss direkt nach Robe. Ein kleiner Ort in traumhafter Lage, unsere Unterkunft lag nur wenige Meter vom Strand entfernt und der Ort sei nicht nur wegen seiner kilometerlangen Stränden, sondern auch wegen einem kleinen aber unfassbar guten Eisladen bekannt. Das lässt man sich bei den Temperaturen nicht 2x sagen, so fanden wir uns auf einer Bank im Garten des Eisladens mit zwei Riesen Kugeln Eis wieder.

Tag 5:
Nächster Halt: Mount Gambier.
Bekannt für den schönen Blue Lake, zahlreichen Vulkankratern, Seen und Höhlen. Obwohl an dem Tag die Wolken am Himmel präsenter als die Sonne waren, waren wir erstaunt, dass der Blue Lake trotzdem in einem Koboldblau für uns strahlte. Denn normalerweise verändert er je nach Jahreszeit seine Farben signifikant. Im Sommer erstrahlt er in einem leuchtenden Blau, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Im Winter verliert er seine Farbe und wird düster grau.

 

Tag 6&7:
Von Mount Gambier ging es für uns über Nelson und Portland nach Port Fairy. Auf dem Weg haben wir immer mal angehalten und sind den Schildern gefolgt, die uns zu eindrucksvollen Aussichtspunkten und beeindruckenden Leuchttürmen führten. Mittlerweile sind wir auch gar nicht mehr in South Australia, sondern haben das Schild „Victoria“ passiert und begrüßten den nächsten Bundesstaat.
Wenn ich den Ort gerade ausschreibe ziehen sich meine Mundwinkle automatisch nach oben. Port Fairy hat für uns eine ganz besondere Bedeutung, wir haben zufällig in einer Art Gallery eine super liebe Frau namens Diana getroffen, sind sofort ins Gespräch gekommen, da ihr Neffe in Berlin Stand-Up-Comedy macht. Wir haben den Nachmittag zusammen verbracht, sind abends zusammen in eine ortsbekannte Bar gegangen und stehen nach wie vor über Social Media im Kontakt. Generell können wir bestätigen, dass man sich in Land und Leute in Australien verlieben kann. Ich glaube an der Stelle muss ich nicht die unzähligen Gründe aufzählen, warum Australien als Reiseziel eine absolute Traumdestination ist. Wichtig ist aber auch, dass man sich vor Ort wohl fühlt und dafür sorgt zum Großteil der Lifestyle und die liebe, offene Art der Aussies. In den ersten Gesprächen denkt man erstmal „okay, ich versteh bei dem australischen Dialekt nur Bahnhof“, aber es wird mit jedem Mal besser und man nimmt sich sehr schnell typische Formulierungen wie „G´Day, Mate, Cheers, No Worries oder Brekky“ an.
Gleich bei Port Fairy liegt Griffiths Island und ist definitiv einen Besuch wert. Den Mietwagen haben wir auf dem Parkplatz abgestellt, über einen Holzsteg gelangt man auf Griffiths Island und durchläuft verschiedene Landschaftsformen in kurzer Zeit um am Ende an einem Leuchtturm anzukommen. Bekannt ist das Natur Reservat vor allem als Vogelparadies, aber mit viel Glück kann man auch Wallabys und Kangaroos sehen.

Tag 8:
Von Port Fairy ging es immer entlang der Küste und mit jedem Kilometer etwas näher zur bekannten Great Ocean Road. Diana druckte uns vor unsere Weiterfahrt noch drei Karten aus und zeichnete uns die, für sie, schönsten Stopps ein und gab uns auch hier wieder den Hinweis den Tag früh zu starten. Unsere Highlights waren unter anderem Bay of Islands, Peterborough, London Bridge, Port Campbell und die Twelve Apostels auf unserem Weg nach Apollo Bay. Der Hinweis, dass wir gleich früh los fahren sollten bezog sich nicht nur auf die Kilometer, die wir zurücklegen mussten, sondern auch auf die Besucher vor Ort. Die Great Ocean Road ist eine der bekanntesten Straßen weltweit und da sieht man auch den einen oder anderen größeren Reisebus auf dem Parkplatz stehen, geschweige denn von den Menschenmassen, die versuchen das bestmögliche Foto zuschießen. Also auch hier gilt: der früher Vogel fängt den Wurm und genießt weitaus mehr Ruhe.

In Apollo Bay haben wir oben in den Bäumen im Garten unserer Unterkunft den ersten Koala entdeckt, ein Wunder wie sich das runde und flauschige Wesen auf so dünnen Ästen halten kann aber solange es funktioniert, ist die Welt doch in Ordnung. Nachts geben Koala übrigens sehr merkwürdige Geräusche von sich.

Tag 9:
Am nächsten Morgen wurden die Koffer wieder ins Auto gehoben und dann ging es von Apollo Bay über Lorne nach Queenscliff, um mit der Fähre nach Sorrento zu übersetzen.

Auf der Fähre haben wir schon überlegt ob wir von Sorrento direkt nach Melbourne fahren wollen oder vorher noch die Mornington Peninsula und die Brighton Bathing Boxes erkunden.
Naja Australien ist nur 1x im Jahr, also fuhren wir vom Hafen Sorrento direkt zum Mornington Pensinsula NP auch hier wieder ein Aussichtspunkt, der den nächsten Übertrifft. Auf dem Weg zum Parkplatz haben wir unser ersten Echidna (= ein sehr niedlicher Schnabeligel) gesehen.
Im Auto angekommen wurde dann „Brighton Beach“ ins Navi eingeben und nach gut 60min Fahrt erreicht, pünktlich als die Sonne langsam unterging.
Die langgezogene Sandbucht bei Brighton umfasst die Strandabschnitte Dendy Street Beach, Middle Brighton und Brighton Beaches. Die quietschbunten Strandboxen vor Melbourne´s imposanter Skyline zieren zahlreiche Postkarten und sind eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt, das merkt man auch an den Besuchern vor Ort.

 

Auf nach Melbourne!