Aruba & Curacao – Von der Sonne geküsst

Lange gab es ihn – den Traum von einer Reise in die Karibik.
Schon allein das Wort weckt ein kleines Kopfkino von Palmen an weißen Stränden und tropischer Gelassenheit.

Im Sommer war es endlich soweit und es ging für uns in die sogenannte Niederländische Karibik. Nun fragt sich der eine oder andere vielleicht, warum man bei über 30 Grad in Deutschland, ausgerechnet in die warme Karibik fliegen möchte. Ist doch eigentlich ehr ein Winterziel?

Gute Frage :-D. Da nur die Sommerferien für eine ausgedehnte Reise zur Verfügung standen, war der Termin festgelegt. Und wenn man mit einem begeisterten Taucher auf Reisen geht, spielt die Welt unter der Wasseroberfläche natürlich eine nicht ganz unwichtige Rolle. Wegen der Hurrikane-Zeit in den Sommermonaten, eignen sich in der Karibik viele Regionen nicht für einen Urlaub.

Doch liegen die ABC-Inseln (Aruba, Bonaire & Curacao) außerhalb der Sturmzone. Sie sind ein Taucherparadies mit glasklarem Wasser und so hatten wir unser perfektes Ziel gefunden. Obwohl Bonaire DIE Taucherinsel schlechthin ist, mussten wir einen Kompromiss finden und uns auf zwei Inseln einigen – gesagt, getan.

Anreise & Ankommen

Von Berlin ging es mit KLM via Amsterdam nach Aruba. Ein entspannter und pünktlicher Flug mit neuem Fluggerät, der einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hat.
Die Stimmung bei Passagieren und Crew war gleichermaßen euphorisch, als es zum Landeanflug ging – schließlich wartete die Karibik auf uns alle!
Aus dem Fenster konnte der erste Blick auf Aruba und den lang gezogenen Strand erhascht werden.

Nach der Landung ging alles ziemlich flott. Die Einreise und der Zoll waren schnell erledigt. Eine Einreisekarte kann vorher online beantragt werden, was das Ausfüllen des Zettels im Flugzeug überflüssig macht.

Mit dem vorab gebuchten Transfer wurden wir schließlich zu unserem Hotel am Eagle Beach gebracht und konnten unterwegs einen ersten Eindruck von Aruba gewinnen. Es ist ganz schön was los und die Inselstraße wird ausgebaut, doch am Hotel war davon nichts zu merken.
Schon beim Aussteigen pustet der typische Aruba-Wind die Haare durch und die Lebensgeister sind doppelt wach. Unsere schöne Unterkunft empfing uns sehr gemütlich mit einem tollen Blick aufs Meer und so konnten wir nach der langen Anreise endlich auf unserem Balkon entspannen.

Wach zu bleiben war bei dem tollen Sonnenuntergang am ersten Abend zunächst nicht schwierig, doch spätestens beim Abendessen waren die Akkus leer.

Aruba

Die Entscheidung für einen Start auf Aruba hatte verschiedene Gründe. Der Flugplan spielte dabei eine Rolle, die berufliche Neugier, jedoch auch die Tatsache, dass wir zu Beginn der Reise ein wenig entspannen und im Schongang unterwegs sein wollten. Der Eagle Beach eignet sich wunderbar für den ersten relaxten Tag am Strand. Liegen und Handtücher des Hotels standen am Strand zur Verfügung und so mussten lediglich ein paar Schritte überwunden werden. Was war das für ein Luxus, als wir den weichen, puderweißen Sand unter den nackten Füßen gespürt haben und selbst mit Sonnenbrille nur noch blinzeln konnten.

Eagle Beach erfüllt schon ziemlich gut das Klischee eines Karibikstrandes mit seinem schneeweißen Strand und dem türkisblauen Wasser. Von der Liege sind es nur ein paar Schritte in das angenehm „kühle“ Nass und so treiben die ersten Stunden einfach nur davon.
Die Sonne bretzelt vom Himmel und in der Ferne ziehen schwarze Wolken vorbei, die jedoch nie hängen bleiben. Auf Aruba ist es immer windig, egal wo man sich befindet. Und bei der Wärme ist der Wind genauso willkommen, wie die großen Palapas (Sonnenschirme) am Strand.

Am späten Nachmittag war es dann Zeit für eine kleine Tour auf der Suche nach einem Abendessen.
Reisende sollten ein höheres Preisniveau auf Aruba einkalkulieren. Natürlich kann im Hotel gut gegessen werden, jedoch gibt es Alternativen, die den Geldbeutel schonen.
Im nahegelegenen Supermarkt konnten wir uns mit Kleinigkeiten sehr gut eindecken und in unserem Apartment ein einfaches und schmackhaftes Dinner genießen. Eine tolle Sache ist die Tatsache, dass das Leitungswasser auf Aruba & Curacao tatsächlich getrunken werden kann. Eigentlich ein „no go“ auf Reisen und es hat tatsächlich etwas Überwindung gekostet.
Moderne Entsalzungsanlagen auf den trockenen Inseln machen es möglich das wirklich gute Leitungswasser zu trinken und es spart auch eine Menge Plastik, wenn man nicht dauernd neue Flaschen nachkaufen muss. Tolle Sache!

Unterwegs auf Aruba

Obwohl wir es entspannt angehen lassen wollten, haben wir uns für die restlichen Tage einen Mietwagen von Deutschland aus gebucht. Die Idee war eine 50/50 Tagesaufteilung mit einer Kombi aus Strand und Erkundungen. Und die Größe der Insel lässt eine solche Planung entspannt zu.

So konnten wir an den verbleibenden Tagen einen guten Eindruck von Aruba gewinnen.
Die Inselhauptstadt Oranjestad ist ziemlich bunt, fast kitschig im Bereich des Hafens. Wenn eine Kreuzfahrtschiff (oder auch mehrere) im Hafen liegt, ist eine Menge los auf der Insel. Dafür haben dann die Geschäfte in der Stadt geöffnet. In Abwesenheit von Schiffen sind einige Gassen doch ziemlich ausgestorben. Ein paar schöne Kolonialbauten und ein kleiner Yachthafen lohnen jedoch einen Spaziergang bei der Hitze und so ist Oranjestad schnell erkundet.

Bei einer Fahrt über die Insel ragen einem die allgegenwärtigen Kakteen in Säulen entgegen und mancher Orts fühlt es sich an, als würde man einen ganzen Wald durchqueren. Da möchte man keinen Fuß reinsetzen müssen. Der Hooiberg ist Arubas höchste Erhebung und obwohl der Aufstieg ziemlich anstrengend ist, lohnt sich die Aussicht am Ende des Weges. In den Sommermonaten sind die Inseln relativ trocken & karg, doch die Kakteen-Landschaft übte eine gewisse Faszination auf uns aus.

Die Alto Vista Chapel ist ein schöner Stop auf dem Weg in den bekannten Arikok Nationalpark. Am Eingang des Parks gibt es ein sehr gutes Besucherzentrum und es können die Nationalpark-Karten zur Einfahrt erworben werden. Das A & O für einen Besuch ist das richtige Fahrzeug oder eine geführte Jeeptour. Im Park finden sich Höhlen, raue Klippen und skurille Landschaften.

Der Besuch im Donkey Sanctuary hat unser Herz erwärmt. Die Esel werden dort aufgenommen und aufgepeppelt und mit einer kleinen Spende (es wird keinen Eintritt genommen) können Besucher helfen, die Tiere dort versorgen zu lassen. Mein Eindruck war, dass es den Eseln dort wirklich gut geht und ich konnte nur den Kopf schütteln, als uns ein Pfleger erzählte, dass Touristen die wilden Tiere mit fastfood füttern.

Aruba ist insgesamt sehr amerikanisch geprägt, was sich im Gesamteindruck und auch an vielen Stränden doch sehr bemerkbar macht. Günstig versorgen kann man sich in bekannten amerikanischen Fast-Food-Ketten und rund um den bekannten Palm Beach gibt es große Hotels mit einem ausgeprägten Unterhaltungsangebot. Während es am Eagle Beach abends sehr ruhig zugeht, kann am Palm Beach durch Einkaufscenter gebummelt und in vielen Bars amüsiert werden.

Im Norden gibt es das bekannte California Lightouse mit der Möglichkeit eine Kokosnuss zu schlürfen, während man in der Ferne einen guten Eindruck vom Palm Beach gewinnt.
Fährt man jedoch in den Süden der Insel, geht es schon wesentlich authentischer zu. Vorbei an Oranjestad finden sich kleinere Ortschaften, Einfamilienhausgegenden und auch Markt-Stände an den Straßen. Vorbei am großen Anker-Denkmal gelangt man schließlich zum Baby Beach – einer wunderbar flachabfallenden Bucht mit türkisblauem Wasser und kleinen Wellen. Ideal für den relaxten Strandnachmittag.

Verschweigen möchte ich nicht die Ölraffinerie ganz in der Nähe des Baby Beach, die dem Paradies einen optischen Makel verleiht. Wirklich nicht schön anzusehen, ist es jedoch ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft.

So waren die ersten Tage auf Aruba auch schon vorbei und wir packten wieder unsere Koffer für die Weiterreise nach Curacao.

Flug nach Curacao

Wir hatten uns vorab für die Buchung bei Divi Divi Air über den Reiseveranstalter entschieden. Divi Divi Air ist mit sehr kleinen Flugzeugen – maximal 18 Passagiere – unterwegs. Das war im Vorfeld schon sehr interessant bei der Planung und kurz vor Abflug kam auch etwas Aufregung hoch.
Der Pilot beaufsichtigte den Einstieg und sorgte dafür, dass sperriges Handgepäck im kleinen Frachtabteil verladen wird. Es gab freie Platzwahl, eine sparsame Sicherheitsanweisung (bitte anschnallen, Westen sind unterm Sitz) und man konnte den Piloten bei der Arbeit zuschauen.
Ein kurzer Anlauf und schon schwebten wir über Aruba hinweg mit einer fantastischen Aussicht.
Nach gut 30 Minuten über das offene Meer leuchteten auch schon die kleinen Buchten von Curacao in der Ferne und schon waren wir da. Die kurzen Wege am Flughafen sorgten für eine schnelle Einreise und schon hatten wir auch unseren Mietwagen und konnten los starten zu unserem Hotel an der Jan Thiel Bucht.

Curacao

Die Insel Curacao ist größentechnisch ebenfalls recht überschaubar. Die Inselhauptstadt Willemstad bildet das Ballungszentrum. Drum herum liegen bekannte Strandbuchten wie der Mambo Beach oder die Jan Thiel Bay und beherbergen Urlauber sowie gut betuchte Inselbewohner. Es gibt eine Fülle an Unterkünften, jedoch keine großen Hotelhochbauten. Unsere Hotelanlage bestand aus Bungalows, die über ein großes Gelände verteilt waren und mit den schönen, offenen Veranden einen Blick in die Natur gewährten. Schon vorab stand fest, dass Curacao der aktivere Teil unserer Reise werden und ganz dem Erkunden, Schnorcheln und Tauchen gewidmet werden sollte. Tatsächlich haben wir so nur wenig Zeit in der Umgebung unseres Hotels verbracht und uns sehr viel im Nordwesten von Curacao aufgehalten. Die kleine Bucht von Jan Thiel ist ganz nett für einen Strandnachmittag und wer den Vorzug von Strandbars mit Musik zu schätzen weiß, wird sich dort wohl fühlen. Die vielen schönen Buchten im Nordwesten hatten es uns jedoch angetan und es gab auch einige Geheimtipps unserer Tauchbasis.

Curacao – Beachlife und Abtauchen

Ob Grote Knip, Cas Abao oder Porto Marie – die  kleinen und bekannten Buchten erfüllen den Traum von weißem Strand und leuchtend klaren Wasser. Je nach Tageszeit war gut was los, aber es war nie völlig überfüllt. Die Schnorchelbedingungen sind optimal und im glasklaren Wasser konnte wir bunte Fische und Korallen bestaunen. Da riskierte wir schnell mal einen Sonnenbrand, da die Zeit nur so vorbei geschwommen ist. An den weniger bekannten Buchten ging es noch ruhiger zu, dafür gab es aber auch hauptsächlich Steinstrände, keine Liegen oder sonstigen Service. Perfekte Voraussetzungen zum Schnorcheln und Tauchen gleichermaßen. Spätestens als die erste Schildkröte an uns vorbei schwamm, konnten wir unser Glück kaum fassen und es sollte nicht die letzte Begegnung mit diesen tollen Tieren bleiben.
Unsere Tauchbasis war dann quasi das Sahnehäubchen unter Wasser. Entspannt, extrem nett und ortskundig. Als Nichttaucher konnte ich trotzdem dabei sein und werde die leuchtenden Augen und das strahlende Gesicht der Taucher ganz sicher nicht vergessen. Obwohl es in den Riffen hauptsächlich kleine Fische zu sehen gibt, sind die Korallengärten unfassbar schön.

Unterwegs auf Curacao

Mit dem Mietwagen konnten wir flexibel zwischen Strand und Erkundungen wechseln und waren meist auch zeitig unterwegs. Dennoch ist der Verkehr rund um Willemstad nicht zu unterschätzen. Das Straßennetz hat uns die Erkundungstouren relativ leicht gemacht und in den ländlicheren Regionen ging es auch deutlich ruhiger und authentischer zu.
Curacao ist ähnlich trocken, wie zuvor schon Aruba. Viele verschiedene Kakteen-Arten wachsen in Hülle und Fülle. Es gibt jedoch auch grüne Abschnitte und immer wieder kleine bunte, blühende Oasen. Auf der Insel leben kleine Drachen, Flamingos, Kolibris, bunte Sittiche und der große Karakara.

Mir persönlich hat der Christoffel-Nationalpark besonders gefallen. Am Nationalparkzentrum erhält man den Zugang und Informationen. Es gibt ein historisches, restauriertes Landhus mit einem Museum und vielen tollen Informationen über das frühere Leben. Durch den Park selbst führen verschiedene Routen zu Aussichtspunkten, kleinen Wanderungen und Höhlen. Wir haben uns Zeit dafür genommen und zwischendurch die Ruhe genossen.

Ein Besuch in Willemstad durfte natürlich nicht fehlen, hatten wir doch Fotos vom Hafen schon so oft gesehen. Die Altstadt ist wirklich süß mit den vielen kleinen Gassen, bunten Häusern und kleinen Geschäften. Die Königin-Emma-Brücke wird bei Bedarf mal eben zur Seite geklappt, wenn ein Schiff vorbei muss und das ist schon ein kleines Ereignis. Wir konnten ganz entspannt über die Brücke auf die andere Seite nach Otrabanda spazieren und das Panorama auf den Hafen genießen. In Otrabanda fanden wir das Kura Hulanda Village Hotel mit seinen sehr schön restaurierten Gassen und sonst einen sehr rauhen Charme, der uns ebenfalls gut gefallen hat. Ein Besuch in einer der vielen kleinen Bars am Abend lohnt sich ebenfalls.
Auch auf Curacao gibt es nahe Willemstad eine Ölraffinerie und größere Kreuzfahrtschiffe legen dort an. Das passt natürlich nicht zum Bild einer karibischen Insel, jedoch muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass neben dem Tourismus kaum wirtschaftliche Alternativen vorhanden sind.

Nach unserem Bummel durch Willemstad haben wir dann noch die Curacao Liquer Fabrik besucht und natürlich den weltberühmten Liquer verköstigt. Irgendwie hat das unseren Aufenthalt auch ein bisschen abgerundet.

Da wir nur mit Frühstück im Hotel eingebucht waren, hatten wir die Gelegenheit abends verschiedene Restaurants zu besuchen und haben ein süßes Lokal ganz in der Nähe an einer kleinen Bucht entdeckt, welches auch von Locals besucht wird. Dort waren wir doch öfter zu Gast und haben die leckerere Küche und auch unseren letzten Sonnenuntergang etwas wehmütig genossen.

Fazit & Hinweise:

Die ABC Inseln liegen nur rund 70 Kilometer von der Küste Venezuelas entfernt und verfügen über keine nennenswerten Berge oder Hügel. Es gibt eine kurze Regenzeit im Oktober und im Anschluss (bis ca. März) leuchten die Inseln im saftigen grün, das überall zu sprießen beginnt. Außerhalb dieser Zeit sind die Inseln sehr trocken und eine Fülle an Kakteen dominieren das Landschaftsbild. Auch das sollte bei einer Reiseplanung berücksichtigt werden. Die ABC Inseln erfüllen nicht den tropisch karibischen Traum von üppigen Wäldern, Wasserfällen, von Palmen, wo das Auge hinsieht und üppig blühender Landschaft. Dafür haben die Inseln ihren eigenen Reiz und das Ausbleiben von langen Regenfällen sorgt für eine extrem klare Sicht unter Wasser. Nette Menschen und eine ganz andere Karibik haben wir dort im Sommer erlebt, uns immer sicher gefühlt und tolle Begegnungen über und unter Wasser gehabt.