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Zum ersten Mal Australien – Tobias

Schon als ich 1999 am Flughafen Heathrow umsteigen musste und auf dem Rollfeld die Qantas mit dem Känguru im Logo sah, flammte in mir der große Wunsch auf, einmal im Leben nach Australien zu fliegen. Das Land das so weit weg ist und doch so viel Zauber hatte. Wenn ich an Australien dachte, kam mir das Sydney Opera House, den Ayers Rock, Kängurus und endlos viel rote Erde in den Sinn. Natürlich hatte ich in vielen Dokumentationen auch gesehen, dass Australien das Land mit den giftigsten Tieren ist. 9 der 10 giftigsten Schlangen leben dort und warten eigentlich alle nur darauf einen zu „fressen“.

2010 war es endlich soweit und ich begab mich auf die lange Reise in das Land meiner Träume. In Sydney angekommen und völlig übermüdet ging es sofort Richtung Oper. Egal wie spät und egal wie müde, aber erst wenn man davor steht, ist man doch auch wirklich angekommen. Wohlwissend, dass in jedem Gebüsch ein giftiges Tier auf uns lauerte, umgingen wir diese geschickt. Der erste Eindruck der Stadt war: überraschend europäisch. So richtig glauben, dass man nun wirklich dort ist, konnten wir es auch nach einigen Tagen noch nicht. Jeder ist überfreundlich und fragt einem wie es geht. Im Supermarkt sind die Warenbänder an der Kasse so kurz, dass bei einem Großeinkauf gar nicht alles drauf passt. Während bei uns jeder Kassierer versucht neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, scheint in Australien der Kassierer viel mehr daran interessiert zu sein, wie es einem geht und was der Tag so gebracht hat. Ungewöhnlich aber erfrischend und auch schön.

Mit dem gekauften Camper sind wir entlang der Ostküste nach Norden gefahren und mussten feststellen, dass es erstaunlich grün ist. Ich dachte ab Ortsausgangsschild von Sydney beginnt das Outback und die karge rote Landschaft? Die wichtigste Priorität war eine Arbeit zu finden und so wurde neben touristischen Highlights auch jede Farm unterwegs abgeklappert und nach Arbeit gefragt. Nördlich von Brisbane gab es die erste Nahtoderfahrung, als wir zum Schlafen in den Camper gehen wollten und uns eine riesige haarige Spinne begrüßte. Später erfuhren wir, es war nur eine „Huntsmen“ und die sind recht harmlos. Das Licht im Auto hat die Beute der Spinne angezogen und damit auch die Spinne selbst. Dennoch fiel aber auf, dass es wenige Begegnungen mit den ganzen giftigen Tieren bisher gab. Genauer gesagt gab es noch keine einzige. Wie vermutlich jeder der etwas länger in Australien ist, verloren auch wir die Angst davor. Es dauerte nicht lange bis wir, wie gefühlt jeder dort, nur in Flip Flops oder gar Barfuß unterwegs waren. Es ging sogar soweit, dass ich am Ende Barfuß auf einer Bananenfarm in Tully, südlich von Cairns gearbeitet habe.

Auch wenn sich einige Erwartungen, glücklicherweise nicht erfüllt haben, hat es eine große aber schon. Australien war und ist weiterhin das Land meiner Träume.