Nur Insidern ist der Bundesstaat Gujarat – Heimat von Mahatma Gandhi – bisher als touristisches Ziel bekannt. Aber Gujarat ist reich an Vielfalt, Vitalität und Farbigkeit; in wirtschaftlicher, kultureller wie in religiöser Hinsicht. Mehrere Volksstämme sind hier zu Hause. Die Küste des Bundesstaates ist 1.600 km lang. Seit Jahrhunderten hat sie Seefahrer, Abenteurer und Händler magisch angezogen. So ist es kein Wunder, dass Araber, aus Persien geflohene Parsen und die europäischen Kolonialmächte tiefe Spuren in der Kultur und im Leben der Einwohner hinterlassen haben. Die bizarren Landschaften, Nationalparks und Strände werden Sie verzaubern. Schöne Paläste, beeindruckende Treppenbrunnen und andere architektonische Kostbarkeiten runden das Bild eines faszinierenden Bundesstaates ab.

Ahmedabad

Ahmedabad, ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Gujarats. 18 Kilometer nördlich von Ahmedabad, im Dorf Adalaj, liegt der gleichnamige Treppenbrunnen. Treppenbrunnen werden von den Ortsansässigen „Vav“ genannt. Erbaut im Jahre 1499 unter der Herrschaft der Königin Rudabai ist der Adalaj-Vav einzigartig in seiner Architektur in Nordwestindien. Geschnitzte Steinstufen führen über fünf Stockwerke in die Tiefe. Die Schnitzereien an den Wänden zeigen erotische Skulpturen, Blätter und Blumen, Vögel und Fische und außergewöhnliche Ornamente. Treppenbrunnen dienten nicht nur als Wasserreservoir sondern auch als kühle Orte für die Reisenden der Karawanen in den heißen Sommermonaten. Im Harijan-Ashram (heute oft als „Gandhi Ashram“ bezeichnet) verbrachte Mahatma Gandhi hier am Ufer des Sabarmati-Flusses die Jahre 1917 bis 1930. Der Ashram ist heute nicht mehr in Betrieb und wurde zum Museum umgestaltet.

Dasada

Rani ki Vav GujaratAuf dem Weg nach Dasada befindet sich in Modhera der gleichnamige Tempel des Sonnengottes Surya, den 1.026 der Solangi-König Bhimadev bauen ließ. Mit seinen geschnitzten Steinskulpturen ist er einer der schönsten Tempel in Gujarat. Der Ort Patan ist bekannt für seine hundert Jain-Tempel und die berühmten Patola-Seidensaris, die hier gefertigt werden. Jeder Sari erfordert vier bis sechs Monate Handarbeit. Gut erhalten ist der mit Steinschnitzereien reich verzierte Treppenbrunnen Rani-ki-Vav.

Die Ruinen des Tempels Rudra Mahalaya in Sidhpur mit dem dreistöckigen “Shikhara“ (Tempelaufbau), den 1.600 Säulen und 12 Eingängen gelten als architektonisches Meisterwerk.

„Little Rann of Kutch“

Dies ist einer der größten Nationalparks in Indien. Größtenteils eine Salzwüste, ist er das einzige Schutzgebiet für indische Wildesel. Aber auch andere seltene Tierarten wie indische Wölfe, Flamingos, Antilopen und Gazellen leben hier. Sie können die bunte Tierwelt bei einer Jeep-Safari erleben.

Bhuj

Über den Rudramata-Damm erreicht man Nord-Kutch, auch Banni-Gebiet genannt. Banni war ursprünglich eines der größten Graslandgebiete auf dem indischen Subkontinent. Mittlerweile haben Dornenakazien die Oberhand über das Gebiet gewonnen. Die hier lebenden Dorfstämme stellen auf traditionelle Weise Schnitzereien und andere kunstgewerbliche Artikel sowie farbenfrohe Textilien mit eingearbeiteten Spiegeln her, die weit über das Gebiet hinaus berühmt sind. Einen faszinierenden Anblick bieten die Kala Dungar (die „Schwarzen Berge von Kutch“). Auf deren höchstem Punkt, einem Berg aus Lavagestein, steht ein kleiner Tempel, dessen Priester mittags Schakale zum Füttern herbei rufen.

Wankaner – Gondal

Der „Ranjit Vilas Palace“ in Wankaner wurde wie viele andere zu einem Heritage-Hotel mit allem Komfort umgebaut. Der Palast ist eine bunte Mischung von venezianischen, gothischen, rajputhischen und islamischen Elementen. Die Attraktion von Gondal ist der Palast mit der größten Oldtimersammlung eines Maharajas.

Junagadh – Sasangir

Auf dem Weg in das Löwenschutzgebiet Sasangir liegt die Kleinstadt Junagadh. Bereits aus der Ferne fasziniert den Reisenden die Skyline aus Kuppeln und Minaretten. Der Ort am Fuße des Tempelberges Girnar Hill ist sehenswert. Neben dem Darbar Hall Museum aus dem Jahre 1870, das einigen Aufschluss über die Schätze und die Herrschaft des Nawabi-Geschlechts gibt, ist das Uparkot-Fort einen Besuch wert. Die Festung hat im Verlauf der letzten 1.000 Jahre sechzehn Belagerungen überstanden! Sehenswert sind auch die buddhistischen Gräber aus dem 3. und 4. Jahrhundert, die Moschee Jami Masjid und der unter rajputischer Herrschaft erbaute Treppenbrunnen Adi Kadi mit 120 Stufen

Sasan Gir

Der fast 1.300 Quadaratkilometer große Gir-Nationalpark ist der einzige noch verbliebene natürliche Schutzraum des asiatischen Löwen, den Sie mit etwas Glück in freier Wildbahn beobachten können. 1985 wurden noch 239 Löwen gezählt. Außer den Löwen leben hier auch Wildschweine, Hirsche, Antilopen, Hyänen, Schakale und über 200 Vogelarten. In den Flüssen sowie im See am Kamaleshwar-Damm gibt es Krokodile. Sie können die Tierwelt bei Jeep-Safaris in den frühen Morgenstunden und in der abendlichen Dämmerung erleben.

Insel Diu

PalitanaMit dem Besuch der Insel Diu schlagen Sie ein neues Kapitel Ihrer Reise auf. Diu ist nur knapp 12 Kilometer lang und 3 Kilometer breit. Sehenswert sind die Strände von Diu. Im Osten der kleinen Insel vor der Südküste von Gujarat errichteten Portugiesen nach mehreren Belagerungen um 1535 eine Festungsstadt. Sie wollten die Insel als Stützpunkt für ihre Seestreitkräfte und als Handelsbasis ausbauen. Die Kirche St. Paul´s, die in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts erbaut wurde, wird noch heute als Kirche genutzt. Die „St. Thomas Church“ ist heute ein Museum. Interessant ist auch das alte Fort der Portugiesen aus dem 16. Jahrhundert. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf das Arabische Meer. Beim Spaziergang durch die Festung erlebt man, wie die Natur das ungenutze Areal zurück erobert.

Bhavnagar

In der heiligen Stadt der Jain, Palitana, führen 4.000 Stufen hinauf zum heiligen Berg Shatrunjaya vor den Toren der Stadt. Auf dem Hügel gibt es 836 (!) Tempel der Jain. Die Tempelanlage ist Shri Adishwara, dem ersten Jain-Apostel, gewidmet.