Mit Air North gelangt man in 2 Stunden Flugzeit rustikal aber mit kampferprobtem Flieger nach Dawson.  Alternativ dauert es mit dem Auto 8 Stunden oder per Kanu 10–14 Tagen.

Dawson International Airport

Dawson – Der Name Stadt ist Legende, Programm und Wahnsinn in einem…

Als erstes fällt einem auf: Wie klein diese Stadt eigentlich ist, die man zu gut deutsch mit ruhigem Gewissen „Nest“ nennen könnte. Fünf Strassen, eine Tankstelle, drei Bars, ein Shop und eine Post – das war es pauschal ausgedrückt.

Die Keno - Der letzte Yukondampfer

Und doch, vom ersten Augenblick an geht von diesem so berühmten Städtchen ein Flair aus, dem man sich kaum entziehen kann. Warum: Da haben wir zuerst die Lage… Inmitten eines wunderschönen Tales, umrahmt von Bergen, direkt an einer Flußbiegung des Yukon gelegen, ist das Städtchen geographisch gesehen erst einmal eine Perle.

Dawson Uferpromenade

Dann natürlich die Historie

Wer Jack Londons Bücher „ In den Wäldern des Nordens“, oder „ Kid und Co „ verschlungen hat, wird soviel vor Ort wiederentdecken und fasziniert sein. Das Fiktive unserer Phantasie kann auch zum Teil Realität werden kann.

Letztlich und endlich ist alle irgendwie witzig in Dawson. Es gibt keine befestigten Straßen, da diese im Permafrost eh kaputt gehen würden. Dann baut man hier nur Holzhäuser, da alles auf Stelzen gebaut werden muss, weil das Eis wandert und feste Fundamente sehr kostspielig sind. Dann entdecken Sie überall die alten Wildwestfassaden, die aussehen wie die Kulisse aus einem Western mit Glenn Ford.

Es gibt hier Kneipen (und ich meine wirklich – Kneipen), da stehen die volltrunkenen Jungs, die jeden Abend und schon immer hier sind, vor der Tür, teilweise zahnlosen Mundes mit der Zigarette im Mund und können sich nicht mehr auf den Beinen halten.

Zwischendurch wird mal ein Gast unsanft durch die Tür geworfen oder per Tritt nach außen transportiert. Das ist einfach so was von authentisch, dass man sich die Augen reibt und fragt: Machen die Jungs das für uns, die Touristen oder drehen die hier einen Film?

Wer den ersten Winter in Dawson als Einheimischer übersteht, der hat den Status eines „Sour Toe“ erlangt, er muss dann in der Kneipe von Captain einen in Alkohol und Salz eingelegten menschliche Zeh in ein Whiskyglas kippen und selbiges bis zur Neige ausschlürfen.

Die Zehe ist früher mal erfroren gewesen, wahrscheinlich von einem Musher stammend, der auf seiner ersten Yukon Quest Teilnahme zu spät einkehrte und wurde sozusagen chirurgisch entfernt und konserviert… Kein Scherz, das gibt es nur hier.

Nicht zu vergessen das Casino mit Showbühne. „Diamond Tooth Gerties“. Benannt nach einer Berühmtheit des Rotlichtmilieus, die in Ihren besten Zeiten einen Diamanten auf den Zähnen zur Schau trug.

Hier werden nach alter Manier jeden Abend CanCan und Line Dance gezeigt, dazu werden von hübschen Damen unbefangene Probanten auf die Bühne zum Mittanzen verbannt, um im Wettbewerb den bärbeißigen Goldsuchern ein Strumpfband der Ladies zu gewinnen. Im Hintergrund sitzen an den Tischen von Black Jack die Spielwütigen und verzocken den letzten Pelz vom Winter.

Ach, wie würde Lee Marvin, alias Kid Sheleen sagen? “…es war herrlich dabei zu sein…!“ Damit Sie uns nicht falsch verstehen. Es ist alles harmlos aber trotzdem so erfrischend reell und ehrlich, das es einfach nur gut tut.

Hoteltipp Dawson:

Natürlich gibt es auch Hotels in Dawson, und ziemlich gute dazu. Empfehlen würde ich das unter schweizer Führung stehende Aurora Inn. Gemütlich, herzlich, kuschelig und bezahlbar. Einfach gute Herbergskunst.