Whitehorse – die Hauptstadt des Yukon Territory

Die Anreise per Flugzeug im kanadischen Frühsommer hat seine Reize. Wir landen gegen 23:30 auf dem Whitehorse Airport und noch immer ist es nicht vollständig dunkel. Ein farbiges Zwielicht erhellt noch den schwindenden Tag.

Es ist einfach faszinierend im Zeitraum des Sommers den Norden zu bereisen, wenn die Sonne kaum noch untergehen will. Es öffnet einem das Herz. Die Nacht wird buchstäblich zum Tag gemacht.

Whitehorse, auch entstanden während des Goldrausches, war einst die wichtigste Handelsstation und Verkehrsverbindung entlang des Yukon River für alle die Glücksritter, die in den Goldfeldern rings um Dawson ihr Glück versuchen wollten.

Die Stadt ist klein, kaum 10.000 Einwohner, und gelegen in einem kleinen Tal, malerisch an eine Flussbiegung des Yukons geschmiegt. Architektur und Kultur sind hier kaum zu erwarten. Die Stadt ist einfach so errichtet worden, dass sie zu allen Jahrezeiten einfach praktikabel ist und funktioniert, um das Leben hier in diesen extremen Regionen gut ermöglichen zu können.

Man findet eine Reihe von verschiedenen Restaurants und Bars, die vor allem durch Ihre exotisch wirkenden Fleischgerichte die Aufmerksamkeit erregen. So ist es völlig normal Caribou-Stew, Muskox-Burger (Moschusochse) oder auch Bison Steak bestellen zu können. Jedem, der es probieren möchte, sei gesagt: Die Fleischqualität schlägt bekannte Produkte aus der Heimat um Längen!

Früher gab es eine regelmäßige Verbindung per Raddampfer den Yukon flussabwärts nach Dawson. Vor einigen Jahren ist der Dampferverkehr eingestellt worden. Der letzte Dampfer ist als Museumsschiff am Nordeinfluss des Yukon festgetäut und kann besichtigt werden.

Auf gleicher Höhe befindet sich auch die Staumauer mit dem zugehörigen Wasserkraftwerk, welche dem Yukon hier in Whitehorse seine Wildheit nahm und gleichzeitig den lebensnotwendigen Strom für die Stadt erzeugt.

Oberhalb des Staudammes befinden sich die ehemaligen Stromschnellen, die der Stadt Ihren Namen gaben. Die „Whitehorse Rapids“ wurden so genannt, weil die Schaumkronen des rasenden tosenden Wassers wie die Mähnen von wilden Mustangs aussahen.

An dieser Stelle mussten alle vom Lake Bennett kommenden Glücksritter auf ihren selbstgebauten Booten die Schnellen passieren. Die Zahl der Verunglückten war groß und es gab viele Tote und Verletzte zu beklagen.

Es gibt ansonsten in der Stadt alles was man als Urlauber benötigt, um von hier aus seine Tour in das weite Land zu starten. Sei es per Auto, Kanu, Flieger oder per Pferd…