Der Yellowstone National Park wurde 1872 eröffnet und ist der älteste und vielleicht berühmteste Nationalpark der Welt. Er ist besonders bekannt für seine Geysire und geothermischen Quellen.

Natürlich ist die Einzigartigkeit des Yellowstone kein Geheimnis mehr. Mit über 3 Millionen Besuchern im Jahr, wobei der Hauptteil aller Gäste zwischen Juni und September anreist – bedeutet dies im Sommer, dass Sie mehr Campmobile anderer Touristen sehen werden, als Wildtiere in gleicher Anzahl.

Foto von Yellowstone National Park

Geothermale Besonderheiten, wie der berühmte Geysir „Old Faithful“ oder das Norris Geyser Basin, sind nur ein kleiner Teil der Highlights des Parks. Yellowstone bietet eine unglaubliche Vielfalt natürlichen Lebens sowie einen schieren Überfluss an Wildtieren. Dazu wird der Reisende überall mit postkartenreifen Fotomotiven verwöhnt.

So ist der große Canyon des Yellowstone River 35 km lang, bis zu 350 Meter tief und beginnt an den donnernden 90 Meter hohen Lower Falls.

Bären und Bisons streunen über die grünen Wiesen des Hayden Valley, Elche faulenzen nahe der heißen Quellen bei Mammoth. Ganze 225 Vogelarten flattern von Tanne zu Fichte und große graue Wölfe, nach deren Ausrottung in 1995 wieder angesiedelt, jagen im wildromantischen Lamar Valley.

Ein Höhepunkt des Sommers könnte mit Sicherheit der Stopp im Old Faithful Inn sein. Das alte große Blockhaus, im Westernstil, steht gleich rechter Hand neben seinem Namensvetter, dem Geysir, welcher 1-2 Stunden eine riesige Fontäne heißen Wassers rund 40 Meter in die Höhe pustet.

Das kürzlich renoviert 100 Jahre alte Old Faithful Inn, wahrscheinlich eines der größten Blockhäuser seiner Art, war Vorbild für viele nachfolgende Lodges in den Nationalparks Nordamerikas. Die Zimmer sind zwar rustikal, aber wenn Sie in der urgemütlichen kaminbeheizten Lobby Platz nehmen, wird Ihnen Ihr Herz höher schlagen und Sie werden sich schnell heimisch fühlen.

In der Nebensaison präsentiert sich der Yellowstone dem Besucher weniger als ein Park, als vielmehr wie die pure Natur an sich. Das merkt der Urlauber, wenn ihm bewußt wird, dass die wahre Anspannung in diesem Park nicht durch überfüllte Campingplätze oder zu viel Verkehr ausgelöst wird, als vielmehr durch all das, was zwischen den aufbrechenden Krusten vulkanischer Hot Spots seit Jahrhunderten vor sich hin kocht und blubbert.

Die 150 Geysire und Schlammlöcher des Parks entlassen immense, aus den Tiefen der Erde emporsteigende Wolken aus Gasen und Fontänen heißen Wassers in die Atmosphäre. Zusammen bilden Sie das weltweit größte, geschlossen geothermale System der Erde, Überbleibsel einer vulkanischen Geschichte die schon Rudyard Kipling in einem Roman als Vorhof zur Hölle beschrieben hat.

Der Winter ist die fast lautlose und friedliche Saison im Yellowstone. Geradezu ideal für Skilanglauf, Schneeschuhwanderungen oder auch Schneemobil Fahrten.

Letztlich wagen sich weniger als ein Prozent aller Besucher mehr als 5 Kilometer abseits der befestigten Wege, so dass die stille und intensive Naturerfahrung dieser Wildnis niemals mehr als einen kurzen Spaziergang entfernt ist.