Das südliche Ende des südamerikanischen Kontinents und erstreckt sich vom Atlantik der argentinischen Ostküste über kürzeste Entfernung bis zu den verschlungenen Fjorden des Pazifiks der chilenischen Westküste. In der Nord-Süd-Richtung kann keiner genau sagen wo Patagonien eigentlich anfängt.

Torres del Paine Nationalpark

Im Allgemeinen bezeichnet man hier den Teil südlich des Rio Bio Bio in Chile und des Rio Colorados in Argentinien und alles nördlich der Magellanstraße. Auf einer Gesamtfläche von rund 1 Million km² leben hier zwar weniger als 2 Millionen Menschen, dafür aber etwa 15 Millionen Schafe.

In diesen Ausdehnungen mischen sich die verschiedenartigsten Landschaften, die den Anschein erwecken, als sei dies ein ganzer Kontinent und nicht nur der südliche Teil Chiles und Argentiniens der im Jahre 1902 geografisch zwischen diesen beiden Ländern aufgeteilt wurde.

Guanaco

Auf einer Reise nach Chile entdecken Sie die unterschiedlichsten Landstriche und erleben hautnah die gemütliche Lebensart der patagonischen Gauchos und der chilenischen Familien.

Genießen Sie die grandiose Naturlandschaft und erleben Sie wie die gewaltigen Torres-Spitzen und das Paine-Massiv aus der Pampa empor ragen und wie Kondor, der König der Lüfte, über Ihnen kreist… Gleichzeitig können Sie bei Ihrer Reise mit dem Kajak eine der entlegensten und wildesten Regionen Chiles “erpaddeln”.

Nur wenige mutige Pioniere siedelten in dieser rauen Gegend, denn natürliche Barrieren wie dichte Urwälder, bizarre Berge, tiefeingeschnittene Täler und gigantische Eismassen trennten dieses Gebiet von der restlichen Welt. Hier gibt es sie noch, die weißen Flecken auf der Landkarte und die vielen unbestiegenen Berggipfel, die oft nicht mal einen Namen tragen.

Osorno Vulkan

Die artenreiche Flora und Fauna dieser wilden und einsamen Weiten Patagoniens wird Sie begeistern. Am Lagerfeuer lernen Sie die Matetee-trinkenden Gauchos kennen und lauschen ihren Geschichten. Im Flussdelta des Rio Baker verborgen, liegt die geheimnisvolle Isla de los Muertos, die Toteninsel, deren moosbewachsene Holzkreuze noch heute viele Rätsel aufgeben.

Durch die zerklüfteten Fjorde des Pazifiks, vorbei an haushohen Eisbergen nähern Sie sich dem Jorge Montt Gletscher, der vom größten Eisfeld außerhalb der Polkappen direkt ins Meer abbricht. In Patagonien haben Sie die Möglichkeit, durch die einmalige und wilde Natur am Ende der Welt zu reisen.

Sie können eine Fahrt durch die windgepeitschte patagonische Steppe machen oder eine Trekking-Tour zu den grandiosen Naturwundern im berühmten Torres del Paine Nationalpark. Im Nationalpark können Sie zum Grey Gletscher und dem Lago Grey wandern oder mit dem Katamaran über den Lago Pehoe See fahren.

Oder Sie unternehmen eine Urwaldfahrt auf der Abenteurerstraße “Carretera Austral”. Mit dem Boot könen Sie über den Lago General Carrera zu den Grotten der Capilla de Mármol fahren.

Außerdem werden Trekking-Touren mit Gauchos und Packpferden zum größten Inlandseis der Welt und Bootstouren durch verschlungene Fjordkanäle des Pazifiks zum Jorge Montt Gletscher angeboten. Besonders eindrucksvoll ist eine Reise nach Caleta Tortel, dem Venedig Patagoniens oder ein Besuch der Isla de los Muertos, der geheimnisvollen Toteninsel inmitten des Rio Baker.

Pampa Patagoniens

Pferdeliebhaber können das Land auch zu Pferd entdecken, denn es werden Ihnen abenteuerliche Pferdetrekkings durch die unberührte Wildnis angeboten. Bei einem mehrtägigen Pferdeabenteuer mit Gauchos können Sie zum Beispiel auf dem alten Pionierpfad von Cochrane durch die zerklüftete Bergwelt und den patagonischen Urwald nach Villa O´Higgins reiten, einem idyllischen Dorf am Ende der Welt. Sie können die grandiosen Naturwunder im berühmten Torres del Paine Nationalpark auf dem Rücken der Pferde bewundern und der Pinguinkolonie am Seno Otway einen Besuch abstatten.

Bei geeigneten Wetterbedingungen können Sie als krönenden Abschluss die Möglichkeit, während des einzigartigen Charterfluges von Villa O´Higgins zurück nach Coyhaique, Ihre zurückgelegte Tour, den berühmten Cerro San Lorenzo, gigantische Gletscher und Lagunen und das spektakuläre Gesamtbild Patagoniens einmal aus der Vogelperspektive zu betrachten.

 

Pampa

Die Ausläufer der Anden Patagoniens, der Cordillera, bilden eine scharfe Klimascheide und einen enormen Kontrast zwischen Ost- und Westpatagonien. Die feuchten Westwinde die sich vor der Gebirgskette abregnen gelangen dann nur noch als trockene Fallwinde in die windzerzauste Ostpatagonische Steppe.

Geprägt wird die Patagonische Pampa durch eine Vielzahl an kleinen Büschen, kissenförmigen Gewächsen und Gräsern, die Hauptnahrung von den Millionen Schafen, die hier auf zigtausenden km² den starken Winden trotzen.

Gleichzeitig ist die Pampa das zu Hause vieler lustiger Tiere, wie dem Guanaco, dem Ñandus und dem Zorrino, dem patagonischen Stinktier, dem man besser nicht zu nahe kommen sollte.

Die Urwälder des Südens bezeichnet man auch als valdivianischen oder als kalten Regenwald und bilden damit einen der letzten zusammenhängenden Bestände dieser Art auf unserer Erde. Die Niederschlagsmengen von den Fjordgebieten im Westen bis hin zur Cordillera, schwanken zwischen 7000mm und 2.000 mm Niederschlag im Jahr. Auf Grund dieses Klimas findet man hier die unterschiedlichsten Waldformen.

Fitz Roy Gletscher

In den Küstengebieten wächst durch die hohen Niederschlagsmengen ein undurchdringlicher Urwald aus Ñirre, Coiguhe (alle Nothofagus=Südbuchen), Alercen, Zypressen und Notro (Embothrium coccineum). Der Notro – auf deutsch Feuerstrauch – macht besonders von Oktober bis März mit seinen feuerroten, leuchtenden Blüten, die den Kolibri magisch anziehen, seinem Namen alle Ehre.

In den höheren Lagen im Westen und in den Waldgebieten im Osten findet man im Herbst, also in der Zeit um Ostern, eine wahre Farbenpracht vor – ein Indian Summer wie er sonst nur auf der Nordhalbkugel zu finden ist. Von saftigem grün, sonnengelb bis zu tiefen, feurigen rot reichen die Farben der Blätter mit all ihren Zwischentönen.

Die Carretera Austral, was soviel heißt wie die “Straße des Südens”, die durch einen der schönsten und unbekanntesten Landstriche Chiles in die Einsamkeit führt. Mitte der 70er Jahre begann man die Carretera Austral in die Wildnis zu schlagen, immer den natürlichen Gegebenheiten folgend.

So schlängelt sich heute die “Straße” entlang von Flüssen, Fjorden, Seen und Gletschern, sie durchkreuzt Weiden, Sümpfe und Wälder und windet sich zudem die Berge hinauf.

Diese Schotterpiste, die auch gern Abenteurer-Straße genannt wird, findet in Puerto Montt, ca. 1000 km südlich von Santiago ihren Anfang und schlängelt sich auf einer Gesamtlänge von ca. 1.100 km durch Südpatagonien, bis sie in dem Örtchen Villa O´Higgins, am gleichnamigen See, Lago O´Higgins und in der Nähe der südlichen Eisausdehnung ihr Ende findet, also Fin del Mundo. Sollten Sie Abenteuer und Erholung weit entfernt von ausgetretenen Touristenpfaden suchen, werden Sie hier in dieser unberührten Wildnis fündig.