Weit im Süden des kargen und trockenen Landes befindet sich der Fish River Canyon, der größte Canyon Afrikas. Diese gigantische Schlucht ist bis zu 27km breit, bis zu 549 m tief und ca. 160 km lang. Da dies der Entwässerungsgraben des gesamten südlichen Namibia ist, können nach gewaltigen Wolkenbrüchen, die in der Regenzeit häufig vorkommen, meterhohe Flutwellen durch den Canyon schießen.

Ein überwältigender Anblick, der vieles relativiert, das man im „normalen Leben“ wichtig und bedeutsam findet. Kleiner Tipp: der zentrale Aussichtspunkt liegt am Osthang der Schlucht. Hier ist die beste Zeit zum Fotografieren ca. 2-3h nach Sonnenaufgang, dann ist der gesamte Canyon ausgeleuchtet und die Farben intensiv.

Immer bergab in Richtung Küste geht es nach Lüderitz, das verschlafene, jedoch sehr geschichtsträchtige Städtchen am Atlantischen Ozean. In dessen Umgebung lohnt sich ein Ausflug nach Kolmanskop, das Anfang der 20 Jh. im großen Diamantenrausch entstanden ist. Die Häuser wurden mit aus Deutschland importierten Materialien gebaut, ab 1911 gab es elektrischen Strom und in einer Eisfabrik wurde Stangeneis produziert, das jeder Haushalt gratis bekam.

Heute ist Kolmanskop eine Geisterstadt im Diamanten-Sperrgebiet, die einstmals schönen Häuser von Sand bedeckt, wie erstarrte Geschichte in einem bizarren Märchen…. Das Sperrgebiet wurde 1908 proklamiert, nachdem hier regelrechte Diamantenfelder entdeckt wurden, deren „Früchte“ regelrecht aufgesammelt werden konnten.