La Réunion & Mauritius – Insel der Kontraste und Perle im Indischen Ozean

La Réunion & Mauritius – Insel der Kontraste und Perle im Indischen Ozean

Weit weg vom europäischen Festland befindet sich ein kleines Stück Frankreich im Indischen Ozean und ca. 45Flugminuten nebenan liegt das Inselparadies Mauritius.

Anders als bei Mauritius hatte ich von La Réunion hatte ich noch keine genauen Bilder vor Augen, doch genau das hat es für mich so spannend gemacht. Schon bei den Vorbereitungen habe ich mich gefragt: wie packe ich meinen Koffer, wenn es in eine Destinationen unendlicher Möglichkeiten geht? Wird es tropisch warm? Wird es windig?
Da die Insel La Réunion aus vielen Mikroklimata besteht, reicht der Bikini und die Flips Flops nicht aus. Also wird meine berühmte Packliste einfach noch mit Wanderschuhen, Windjacke und Co ergänzt.

Für mich geht es zunächst mit Air France von Berlin Tegel nach Paris Charles de Gaulle. Mein Gepäck wird direkt durchgecheckt, sodass ich mir darüber keine Sorgen machen muss. Nach einem kurzen Umstieg in Paris fliege ich mit Air Austral direkt nach Saint Denis.
Die Hauptstadt strahlt das typische Flair einer südfranzösischen Provinzstadt aus. Hier können charmante Einkaufsstraßen, Marktplätze und Museen erkundet werden. Die Uferpromenade mit zahlreichen Restaurants und der neu gestaltende Park lädt zu einer wohlverdienten Pause ein.

Nach meiner Ankunft auf La Réunion wurde ich herzlich empfangen und habe einen Transfer zu meiner ersten Unterkunft erhalten. Am Flughafen von Saint Denis kann man nach der Ankunft direkt den Mietwagen entgegen nehmen und die Unterkunft in Eigenregie erreichen.
Da La Réunion ein französisches Überseedepartment ist, herrscht auf der Insel wie gewohnt Rechtsverkehr (anders auf Mauritius). Die Straßen sind super ausgebaut, insbesondere entlang der Küste ähneln diese unserer Stadtautobahn. Je weiter man ins Inselinnere fährt desto gebirgiger wird es und umso kurviger/schmaler werden die Straßen.

Die Aussieht auf die raue Küste im östlichen Teil der Insel hat mich so fasziniert, dass die Fahrt zur Unterkunft wie im Flug verging.
Die fruchtbare Region des Ostens von La Réunion ist bekannt für die üppige Naturlandschaft. Häufige Niederschläge und ein feuchtwarmes Klima haben den ungeschützten Osten der Insel fest in ihrer Hand. Côte au vent, Küste im Wind, nennt man die Gegend zwischen Saint Rose und Saint Suzanne. Eine üppige Vegetation und unzählige Wasserfälle machen den Reiz der Gegend aus. Von Zuckerrohr-und Vanilleplantagen über Parfümpflanzen bis hin zu tropischen Früchten wird auf dem fruchtbaren Vulkanboden alles angebaut, was die Landwirtschaft der Insel zu bieten hat. Man sagt, dass hier wohl die weltweit beste Vanille ihren Ursprung hat.

Die Unterkunft alleine punktete schon durch die Lage, inmitten eines Hirschreservats. An einem Hang gelegen etwas oberhalb des Dorfes Sainte Anne auf 600Meter Höhe mit einem traumhaften Panoramablick.

Nachdem der östliche Part erkundet wurde ging es für mich über La Plaine des Cafres, einer kleinen Ortschaft am Rande des Grand Bassins nach Saint Pierre. Die ehemals wichtige Hafenstadt mit vielen gut erhaltenden kreolischen Häusern bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und ein großes Angebot an Wassersportaktivitäten.
Der Süden La Réunions wird von seinen Gegensätzen geprägt. Hier befinden sich schöne Sandbuchten neben wilden Küstenabschnitten, erloschene Lavaströme, dynamische Großstädte aber auch reizvolle Dörfer und geheimnisvolle Wälder. Im kleinen und ruhigen Badeort Étange Salé gibt es den einziges schwarzen Sandstrand auf der Insel zu entdecken.

Nachdem ich von den ersten Sonnenstrahlen geweckt wurde, ging es mit festem Schuhwerk und warmer Kleidung von Saint Pierre zum Highlight des Tages, der Vulkan Piton de la Fournaise. Auf dem Weg durchfährt man eine atemberaubende Mondlandschaft, die zu einer Lavalandschaft übergeht.
Erster Stopp: am Pas de Bellecome, wo einen die Mond-/Lavalandschaft zu Füßen liegt. Der Weg dorthin und ist unkompliziert aber festes Schuhwerk ist wirklich zu empfehlen. Durch die Stauung von Passatwolken an den Vulkankegeln, wird die Sicht auf dem Weg leicht eingeschränkt und der Wanderweg mit seinen Basaltsteinen ist zwischendurch ordentlich glitschig.
Am Aussichtpunkt angekommen konnte ich gar nicht schnell genug die Kamera zücken um diesen Moment festzuhalten. Mein erster aktiver Vulkan, der auch noch im Minutentakt Lava spuckte.

Im Anschluss hieß es Tasche packen und auf zur nächsten Unterkunft im „Herzen“ der Insel.  Nach 432 Kurven auf 35 km erreichte ich das Bergdorf Cilaos. Der Ort besticht mit seinem Wein, dem Linsen- und Rohrzuckeranbau und seiner Stickerei. Weit weg und doch mittendrin!
Das einzige Thermalbad im Indischen Ozean liegt inmitten einer bizarren Bergwelt und ist somit idealer Ausgangspunkt für Wanderungen durch die faszinierende Landschaft.
Wanderrouten gibt es in allen Schwierigkeitsstufen, daher ist sicherlich für jeden etwas dabei.

Hätte ich eine Checkliste im Vorfeld geschrieben, dann hätte ich bis jetzt bereits ein Häkchen hinter folgenden Highlights: brodelnder Vulkan, traumhafte Bergketten, tiefe Canyons, schwarzer Sandstrand, bunter Wochenmarkt, kreolische Küche.
Zum Glück hatte ich noch Platz auf meiner imaginären Liste, denn in den nächsten Tagen wurde diese fröhlich erweitert.

Vom Bergdorf Cilaos ging es an die Westküste der Insel. Zunächst nach Saint Leu, ein Pilgerort mit der berühmten Wallfahrtskirche „Norte Dame de la Salette“ und einem der schönsten Sandstrände der Insel sowie Mekka der Wellenreiter und Gleitschirmflieger. Nach zwei Übernachtungen in einem sehr gemütlichen Hotel mit Ausblick auf den Indischen Ozean ging es nach Saint Gilles les Bains.
Der ehemals kleine Ort im Nordwesten hat sich zum bekanntesten Badeort der ganzen Insel entwickelt. Die beliebten Strände erstrecken sich über eine Gesamtlänge von 27km. Hier treffen sich Sonnenanbeter und Schnorchler, Restaurants und Snackbars.

Ein guter Ort um die Reise und das Entdecke Revue passieren zu lassen, um mit neuer Motivation den letzten Ort der Insel zu bewundern: La Possession. Eine kleine geschichtsträchtige Stadt an der Nordküste mit schönen Küstenstraßen und traumhaften Aussichtspunkten. Die ersten Besucher der Insel wohnten hier in Höhlen, die sogar besichtigt werden können.

Bis hier hin hatte ich die Insel der Kontraste hauptsächlich zu Fuß erkundet, bin im Indischen Ozean mit winzigen bunten Fischen geschwommen und den schönsten Straßen entlang der Küste gefolgt. Zum krönenden Abschluss durfte ich nun die Insel auch aus der Vogelperspektive entdecken. Am frühen Morgen fuhr ich zum kleinen Helikopterflughafen. Der Pilot flog entlang der Küste, von oben hat man das vorgelagerte Korallenriff entlang der Westküste erst richtig sehen können. Wir flogen in den Gebirgskessel, wo sechs Wasserfälle bis zu 300m in der Tiefe stürzten und über die drei Talkessel, die sich wie ein Kleeblatt um den erloschenen 3.071m hohen Vulkan Piton des Neiges ranken. Kleine, bunte Bergdörfer thronen sich hier auf und wirken wie Inselchen in den grünen Kesseln.

Von La Possession sind es nur noch ungefähr 35km bis zum Flughafen Staint Denis.

Der Flug von La Réunion nach Mauritius dauert nur 45 Minuten, daher kann man die beiden Paradise sehr gut miteinander kombinieren.
Mauritius wird auch gerne als grüne Insel im tiefblauen Meer bezeichnet und bietet traumhafte Luxushotels aber auch kleine gemütliche Unterkünfte.

Vom Flughafen ging es mit einem organisierten Transfer zur Unterkunft an der Südwestküste von Mauritius.
Ähnlich wie auf La Réunion kann man auch auf Mauritius gut als Selbstfahrer unterwegs sein und die Insel auf eigene Faust erkunden. Die Straßen sind in der Regel sehr gut ausgebaut, jedoch sollte unbedingt beachtet werden, dass auf Mauritius Linksverkehr herrscht und der internationale Führerschein mitgeführt werden sollte. Ansonsten verfügt die Insel über sehr günstige Busverbindungen.

Meine Unterkunft befand sich am Fuße des Felsen „Le Morne Brabant“, direkt an einem schönen, flach abfallenden Sandstrand. Der 556m hohe Berg gilt als Wahrzeichen von Mauritius. Inmitten einer beeindruckenden Kulisse auf der Halbinsel Le Morne und umgeben einer tropischen Gartenanlage, lässt es sich ganz gut aushalten.

Mauritius bietet jedoch mehr als nur Strandurlaub. Die Besteigung des Le Pouce bei Port Louis beispielsweise könnte zum Pflichtprogramm jeder Mauritiusreise zählen. Oder auch der Besuch der pittoresken Dörfer, quirligen Städte, indische Tempel, chinesische Pagoden, schmucke Kirchen und kleine Moscheen. Die Vitalität und die Lebensfreude einer multikulturellen Gemeinschaft zeigen sich bei allerlei Festen.

Auch für Mauritius kann man sich gerne Zeit nehmen, ich hatte etwas „Zeitdruck“ daher habe ich die Highlights im Schnelldurchlauf erlebt.

Zunächst die Region um Le Morne. Die Südküste ist der landschaftlich spektakulärste Küstenteil. Mit seiner ungestümen, ursprünglichen Wildheit bildet die Südküste den stärksten Kontrast zu den sonst so sanften Gegenden der Insel. Ich besuchte Chamarel, ein kleiner und charmanter Ort mit vielen einheimischen Restaurants. Gleich in der Nähe liegt die Siebenfarbige Erde von Chamarel und der knapp 100 Meter hohe Wasserfall. Der letzte Stopp war nun der Black River Nationalpark, er streckt sich auf einer Fläche von fast 7.000 Hektar über den Südwesten der Insel und nimmt etwa 3,5 Prozent der Landfläche auf der Insel ein. Weil hier ein großer Teil der einheimischen und endemischen Pflanzen ihren Lebensraum haben, gilt der Urwald als einer der seltensten Wälder überhaupt. Auf einem gut ausgebauten Wandernetz mit einer Länge von circa 60 Kilometern können die Besucher die Fauna und Flora von Mauritius erwandern. Drei Routen wurden für eine ausführliche Tour durch den Park ausgebaut. Vor Ort kann man sich in zwei Besucherzentren ausführlich über den Nationalpark, seine Entstehung und über die Welt der Tiere und Pflanzen, informieren.

Entgegen dem Uhrzeiger fuhr ich zur Ostküste. Angekommen im Paradies mit einem Blick auf glasklares Wasser mit den schönsten Stränden der Insel und einem abwechslungsreichen Landschaftsbild, je weiter man den Wegen in Landesinnere folgt. Der Osten von Mauritius ist geprägt durch weitläufige Zuckerrohrfelder und kleine Fischerdörfchen. Die Highlights hier waren Belle Mare, mit seinem goldenen und feinen Sand, die vorgelagerte Insel Ile aux Cerf und Flacq. Im Zentrum findet mittwochs und sonntags einer der größten Märkte unter freiem Himmel statt.

Im Anschluss ging es in die sonnigste Gegend der Insel, die Nordküste. Auch hier findet man schneeweiße Strände, eine gute touristische Infrastruktur.
Besonders gut fand ich das pittoreske Fischerdorf Cap Malheureux am Nordzipfel der Insel mit einem traumhaften Blick auf die vorgelagerten Inseln.
Ca. 15min entfernt liegt der lebhafte Ort Grande Baie mit Discos, Bars, und Restaurants. Tagsüber lockt der Ort mit Einkaufsmöglichkeiten und Katamaranausflügen. Abseits der Strände fuhr ich nach Pamplemousses, zu einer der schönsten Botanischen Gärten weltweit. Eine Vielfalt an tropischen Pflanzen, malerische Pavillons, riesigen Wasserlilien, deren Blätter ein kleines Kind tragen sollen und sogar Talipot Palmen gehören zum Bestand, die nur einmal in 60Jahren blühen und dann absterben.

Nun kannte ich die Süd-, Ost-, und Nordküste also ging es für mich an die Westküste. Sie zählt zu den touristisch am besten erschlossensten Regionen. Etwa 100 Meter vom Ufer entfernt bietet ein Korallenriff Schutz an den längsten Stränden der Insel. Ein Highlight ist der Kilometer lange Sandstrand Flic en Flac mit einer wunderschönen Lagune. In Port Louis findet man auf dem malerischen Markt alles, was das Herz begehrt. Die Händler verkaufen vor allem Produkte des Kunsthandwerks aber auch Obst, Gemüse und Heilkräuter.

Fazit:
La Réunion und Mauritius – Es ist immer wieder überwältigend wie wunderschön unsere Natur ist! Hundert Meter hohe Berge, Pflanzen in allen Farben und Formen, riesige Wasserfälle, türkisblaue Lagunen, frische Luft und Eindrücke, die ich wohl nie wieder vergessen werde.
Ich bin total geplättet und kann gut nachvollziehen weshalb La Réunion von den Einheimischen liebevoll als die Insel der Tausend Gesichter bezeichnet wird und Mauritius immer wieder als Perle im Indischen Ozean.